Fuhrmannsreuth


Diese Form des Namens ist erst spät amtlich so festgesetzt worden. Auf der Flurkarte vom Jahre 1842/43 steht noch Fahrmannsreuth zu lesen. Mangels jeglicher Vorschrift ist in der Kirchenmatrikel Ebnath zu finden: Farmesreith, Formesreuth, Farmersreüth, Formas Reuth, Formesreith und andere. In dem auf Seite 74 folgenden Hirschberger Steuerverzeichnis des Jahres 1670 steht Fahrmesreüth geschrieben.

In dem Reichenbacher Kloster Traditionsbuch, das – aus der Form der Schrift zu schließen – aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts, etwa gegen 1280 bis 1300 stammt, findet sich; Formansreut (siehe Photokopie des im Hauptstaatsarchiv München liegenden Originals). Es ist das die älteste Aufzeichnung mit den Ortsnamen unserer engeren Heimat. Eine besondere Urkunde darüber gibt es nicht. In diesem Falle handelt es sich wie bei anderen Traditionsbüchern auch um eine formlose Aufzeichnung klösterlicher Rechte. Das Hauptstaatsarchiv teilt auf Anfrage am 2.5.1950 (Nr. 650) mit: Von den Ortsnamen auf – reuth kommen bereits um 1200 Formen mit eu vor, während andererseits noch im Laufe des 13. Jahrhunderts Formen mit iu vorkommen, so auch im 2. herzoglichen urbar von 1269 bis 71. Da sowohl die Aufzeichnung im Reichenbacher Traditionsbuch wie auch das 2. herzogliche urbar Formen mit Forman – als Bestimmungswort bieten, dürfte diese Form dem Ortsnamen zugrunde liegen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Personennamen Forman. Das o ist vielleicht eine Schreibung für den verdumpften a-Laut. Der Personenname Farman kommt in althochdeutscher Zeit verschiedentlich vor (vergleiche Förstemann, Altdeutsches Namenbuch). Eine Ableitung von dem Pflanzennamen Farn ist nicht angängig.

Zu letzterem Satz sei bemerkt, daß die Anfrage beim Hauptstaatsarchiv seitens des Chronisten von der Annahme ausging, es möchte der O.N. Farmesreuth sich von Farn – bei uns als „Farm“ gesprochen – ableiten und „Farnplatz“ bedeuten, was nach der Natur der Landschaft nicht ausgeschlossen erscheinen könnte.

Quellen:

Chronik der Gemeinde Brand. Von Hans Schellein, teilweise erweitert und ab 1963 ergänzt von Rudolf Nold